Pressemitteilungen
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HT 27.5.2011




HT 29.3.2011

Herborn-Seelbach

Zum Abwarten verdammt

Steinbruchgegner und -betreiber verhandeln erst im Mai

Herborn-Seelbach (klk). Das Gespräch zwischen der Bürgerinitiative "Contra Abbau Volpertsberg" (CAV) und dem Herborner Bauunternehmen Jakob + Weigel, dem Betreiber des dort geplanten Diabas-Steinbruchs bei Herbornseelbach, wird voraussichtlich erst im Mai stattfinden. Das hat Christian Görzel als Vorsitzender der Bürgerinitiative bei der Hauptversammlung am Montagabend bekanntgegeben.

"Wir vertreten eine Sache, die allen am Herzen liegt?: CAV-Vorsitzender Christian Görzel.(Fotos: Kordesch)zoom"Wir vertreten eine Sache, die allen am Herzen lie... | mittelhessen.de
Als Moderator für die Begegnung habe Regierungspräsident Lars Witteck den langjährigen Biedenkopfer Bürgermeister Karl-Hermann Bolldorf gewinnen können, entnahm Görzel im evangelischen Gemeindehaus in Herbornseelbach einem erst am Montag eingegangenen Schreiben.

Einstimmig: Knapp 40 Mitglieder der Bürgerinitiative "Contra Abbau Volpertsberg" kamen zur Hauptversammlung am Montagabend und bestätigten den Vorstand.zoomEinstimmig: Knapp 40 Mitglieder der Bürgerinitiati... | mittelhessen.de
Grund für die Verzögerung - der Regierungspräsident hatte Anfang Februar noch bei dem Bauunternehmen auf das Gespräch gedrungen - ist, dass Witteck erst die Ergebnisse weiterer Probebohrungen zur Gesteinsqualität in der Erweiterungsfläche Volpertsberg abwarten will, die "in absehbarer Zeit vorliegen" sollen. Das hatte er seinerzeit schon angedeutet und gleichzeitig Wert darauf gelegt, dass das Treffen stattfindet, bevor das Unternehmen den Antrag auf Genehmigung des bergbaurechtlichen Rahmenbetriebsplans einreicht. Das sei bislang noch nicht geschehen, sagte Görzel.

Aus diesem Grund befindet sich die CAV derzeit in Wartestellung: "Wie wir weiter vorgehen, ist abhängig davon, was auf uns zukommt", kündigte Görzel an. Unterdessen wollen die Steinbruch-Gegner ihr Anliegen weiter bekannt machen. Auch im dritten Jahr der CAV sei die Öffentlichkeitsarbeit ein Hauptanliegen, sagte Görzel.

Außerdem solle in den nächsten Monaten eine geologisch-historische Wanderung sowie eine Lesung mit dem Autor Reinhard Piechocki von der Internationalen Naturschutzakademie stattfinden.

Qualität des Gesteins macht weitere Probebohrungen notwendig

Offenbar habe die Qualität des Gesteins im ursprünglich vorgesehenen Abbaugebiet nicht den Erwartungen entsprochen, so dass weitere Probebohrungen nötig gewesen seien, informierte Görzel die knapp 40 Mitglieder. Das könne auch eine Verlegung der Fläche bedeuten.

In seinem Rückblick hatte der Vorsitzende zuvor einen historischen Fund gezeigt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1742 zum Grenzstreit zwischen Herbornseelbach und Oberscheld werde vom "unschätzbar schönen Volpertsberg" gesprochen, zitierte er.Das sei eine zu jener Zeit äußerst seltene Äußerung zu einer Landschaft, betonte der Heimatforscher.

"Wir vertreten eine Sache, die allen am Herzen liegt", dabei sei das von allen Gesprächspartnern in Politik und Verwaltung als sachlich und kompetent gelobte Auftreten der CAV dem gemeinsamen Anliegen dienlich. Auch der Regierungspräsident habe sich bei der Infoveranstaltung der CDU Ende November positiv über die Vorgehensweise der Bürgerinitiative geäußert.

Horst Gräf und Eckhardt Simon machten in der Aussprache darauf aufmerksam, dass sich auch die Regionalversammlung mehrfach mit dem Abbau auf dem Volpertsberg befasst habe. Als Erfolge zu werten seien auch die einstimmigen Beschlüsse der Herborner Stadtverordnetenversammlung gegen das Steinbruch-Projekt sowie die Besuche der Grünen-Bundestagsabgeordneten Priska Hinz und der SPD-Kreistagsfraktion. Sie alle hätten im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Unterstützung zugesagt, sagte Görzel.

Planerisch sei das Steinbruchprojekt allerdings kaum noch zu kippen, sagte Görzel und verwies auf die Verabschiedung des Regionalplans, der durch die Landesregierung Ende Dezember Rechtskraft erlangt habe. In diese Zeit fielen eine Wildkatzen-Sichtung, die das Einstufen des Volpertsbergs als schützenswerter Wanderkorridor durch den BUND bestätigt habe, sowie eine Pilzexkursion mit dem Experten Wolfgang Schößler, bei der der bedrohte "Echte Königsröhrling" erneut habe nachgewiesen werden können.

Bei den Vorstandswahlen zeigten sich die Mitglieder zufrieden mit ihrer Führungsspitze, denn alle Amtsinhaber wurden einstimmig per Akklamation wiedergewählt, neben Christian Görzel auch Stellvertreter Andreas Friedrich, Schriftführer Horst Gräf, Kassierer Eugen Jakel sowie die Besitzer Eckhardt Simon, Gerd Gattermann und Ute Schmidt.

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HT 02.02.2011


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HT 01.Dezember 2010


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HT 04.11.2010


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HT 14.04.2010

Görzel: Plan widerspricht sich
SPD-Kreistagsfraktion will Seelbacher Steinbruchgegner unterstützen

Herborn-Seelbach (w). Der Volpertsberg bei Herbornseelbach ist mit 432 Metern ei­ne der höchsten Erhebungen in der Umgebung von Herborn und ein beliebtes Naherho­lungsgebiet. Damit das so bleibt, will die Bürgerinitiative (BI) “Contra Abbau Vopertsberg" den auf dem Gipfel ge­planten Diabas-Tagebau ver­hindern. Unterstützung dabei hat ihr jetzt die SPD-Kreistags­fraktion bei einem Besuch vor Ort zugesichert.

Bild HT 14.04.2010

Dabei beeindruckten die So­zialdemokraten aus dem ge­samten Kreisgebiet nicht nur die Dimensionen des rund zehn Hektar großen Vorha­bens, dessen Verwirklichung den weithin sichtbaren Berg nach den Worten des CAV-Vorsitzenden Christian Görzel ähn­lich wie ein Ei „köpfen" würde. Auch die Tatsache, dass sich das Stadtparlament fraktions­übergreifend gegen den Tage­bau ausgesprochen hat, unter­streicht nach Meinung der So­zialdemokraten die breite Ba­sis des Widerstands.

Viele Entscheidungsträger in der Politik auf Kreis-, Landes- und Bundesebene habe die BI bei Ortsterminen und im Gespräch über die Di­mensionen des Vorhabens und die Auswirkungen informiert, berichtete Görzel. Fast alle si­cherten ihre Unterstützung ge­gen das Projekt zu. Auch SPD Kreistags-Fraktionsvorsitzende Anke Hartmann sicherte dem CAV-Vorstand zu, die Mit­glieder für das Thema zu sensi­bilisieren - vor allem jene, die der Regionalversammlung an­gehören, die über die Zukunft des Bergs zu entscheiden hat.

Der Entwurf des Regional­plans Mittelhessen weise den den Berg als „Vorranggebiet für den bestehenden und geplan­ten Abbau oberflächennaher Lagerstätten" aus. Bei der er­neuten Offenlegung des Regio­nalplans bis Ende September habe es 15 Einwendungen ge­gen diesen Punkt gegeben, sag­e Görzel. Sie stammten unter anderem vom Naturpark Lahn-Dill-Bergland, dem evangeliahen Dekanat Herborn und dem Herborner Magistrat.

Allein die Zuwege für den Steinbruch bedeuteten zusätzliche Naturzerstörungen, so ier BI-Sprecher: Immerhin nässten für 60-Tonner-Lkw neue Straßen durch den Wald gebaut, riesige Dämme errich­tet und sogar ein Tälchen zugeschüttet werden, sagte er. Geschätzt rund 4,6 Millionen Kubikmeter Gestein sollten in den nächsten 25 bis 30 Jahren mit dem Argument abgebaut wer­den, dass die erforderlichen Splitt-Qualitäten sonst nicht in näherer Umgebung zu bekom­men seien. Dabei fänden sich sieben der neun hessischen Diabas-Brüche in zumutbarer Nä­he, sagte Görzel. Der eines kon­kurrierenden Betreibers in Oberscheld greife sogar mitt­lerweile auf Seelbacher Ge­markung über. „Das wirt­schaftliche Interesse des Un­ternehmers ist verständlich", gab Görzel zu. „Aber objektiv ist es nicht im öffentlichen In­teresse, dafür einen neuen Ta­gebau zu öffnen." Die Bergkuppe bleibe dauerhaft zerstört, denn auch bei der anschließend auf mehren Abbausohlen entkernte Berg nach einigen Jahrzehnten teilweise renaturiert werden solle, werde nicht der ganze entstandene Trichter wieder verfüllt, sagte Görzel. Gegen einen Abbau spreche auch das benachbarte Wasserschutzgebiet, das direkt an ein Flora-Fauna-Habitatgrenze.

- Regionalplan räumt dem Berg höchste Priorität für Biotop- und Artenschutz ein

Am Volpertsberg befinde sich beispielsweise das wohl einzige hessische Vorkommen des seltenen Pilzes Königsröhling. Außerdem gebe es ökologisch wertvolle „Altholz-Inseln" an den Hängen. Im Regionalplan selbst werde die Umgebung als „eines der hochwertigsten Gebiete" mit „überregional bedeutsamen Landschafts- und Naturerleben" bewertet. Man räume ihm „höchste Priorität in Sachen Ar­ten- und Biotopschutz" ein, sag­te Görzel. Für ihn und die BI sei dies ein Widerspruch inner­halb des Planentwurfs, der bis­lang noch überhaupt nicht be­rücksichtigt worden sei.

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HT 24.03.2010

Die Steinbruchgegner bleiben kämpferisch
Bürgerinitiative "Contra Abbau Volpertsberg" leistet in vielen Gesprächen Überzeugungsarbeit


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Herborner Echo 5.3.2010

Abbau weiter in Richtung Osten?
Politiker über neue Probebohrungen am Volpertsberg befremdet

Herborn (klk). Mit einigem Befremden haben die Mitglieder der Ausschüsse für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und für Umwelt, Energie und Verkehr die erneuten Probebohrungen für den geplanten Steinbruch am Volpertsberg zur Kenntnis genommen. Die Bohrungen fänden statt, weil das bei den ersten Bohrungen gewonnene Gestein nicht den Erwartungen entsprochen habe, erfuhren die unter dem Vorsitz von Judith Jackel und Hans-Peter-Krenzer tagenden Gremien. Nun solle die geplante Abbaufläche weiter in Richtung Osten verschoben werden.

„Schon bei der ersten Ortsbegehung hat die Firma Jakob und Weigel betont, dass die Qualität des Diabas im bestehenden Steinbruch nicht mehr ausreiche und dass das Unternehmen deshalb auf den neuen Steinbruch angewiesen sei, wo man die benötigte Qualität gefunden habe", ärgerte sich Hans Jackel (CDU): Wenn das die Grundlage war, wie sicher sind denn dann die Bohrungen und Analysen jetzt?" Auch der SPD-Fraktions- und Stadtverbandsvorsitzende Uwe Wolter erklärte, er sei betroffen ob des fehlerhaften Vorgehens und des Umstands, dass die erste Bohrung offenbar nicht wie dargestellt verlaufen sei. Revierförster Thomas Rittner machte darauf aufmerksam, dass die beiden neuen Bohrungen auf Anordnung des Hessisches Landesamts für Umwelt und Geologie (HLuG) stattfänden, das die korrekte Durchführung auch überwache. In Anbetracht von geschätzten Kosten von mehr als 30.000 Euro pro Bohrung werde sich der Steinbruchbetreiber bestimmt nicht darum gerissen haben, zusätzliche Untersuchungen zu machen, vermutete er. Allerdings sei im neu erkundeten nordöstlichen Teil wohl nun die erwarteten Qualitäten gefunden worden, wusste Rittner zum Bedauern der Kommunalpolitiker zu berichten. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich seinerzeit ein¬stimmig gegen das Vorhaben ausgesprochen und seitdem versucht, das Projekt wegen der befürchteten Umweltbeeinträchtigungen und Landschaftszerstörung zu verhindern.
Aktuell habe man keine Möglichkeit, auf Verwaltungs- und politischer Ebene offiziell gegen die Steinbruchpläne vorzugehen, musste Bürgermeister Hans Berner (SPD) auf Anfrage von Alfred Berner (FWG) erklären. Nicht nur wir, auch die Nachbarkommunen und viele Ortsbeiräte haben sich gegen den Steinbruch ausgesprochen", erinnerte Alfred Berner: „Und jetzt geht es als weiter und irgendwann ist der Steinbruch da", befürchtete er. Bürgermeister Benner bedauerte, dass einst mit dem Regionalplan und mit der Verpachtung des Areals durch Hessen-Forst Fakten geschaffen wurden: “Das war leichtfertig, das muss man deutlich sagen - die hatten nur die Dollarzeichen in den Augen”, kritisierte das Stadtoberhaupt. Momentan sei auch eine Klage sinnlos und würde nur Geld kosten: Je nachdem, wie die Regionalversammlung als zuständiges Gremium entscheide, werde man Widerspruch einlegen, und, wenn der Rahmenbetriebsplan beim Bergamt eingereicht werde, wiederum seine Einsprüche geltend machen, kündigte Benner an.
Hans Jackel regte an, die Mitglieder der Regionalversammlung persönlich anzu¬sprechen und ihnen die Bedenken zu erläutern. Stadtverordentenvorsteher Jörg-Michael Müller (CDU) erklärte, ihnen auch einen entsprechenden Brief schreiben zu wollen. Dadurch können wir deutlich machen, dass uns das Herz hier besonders wehtut", sagte Müller. Es bestehe sonst die Gefahr, dass allein nach formalen Kriterien entschieden werde, da in der Regionalversammlung Vertreter aus fünf Landkreisen säßen, die nicht über die Dimensionen und Folgen des geplanten Tagebaus informiert seien. Wir müssen jetzt jede Möglichkeit nutzen", appellierte auch Uwe Wolter an die Ausschussmitglieder.
Eine Abstimmung stand nicht an, da es sich um eine Mitteilungsvorlage für die Politiker handelte.

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Bitte beachten Sie, ab hier liegen die Presseartikel chronologisch aufsteigend vor !


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Herborner Tageblatt vom 23. April 2004

Parlamentsausschüsse und Ortsbeirat befürworten den Rahmenbetriebsplan

7 Millionen Kubikmeter Gestein
will Herhof in Seelbach abbauen

Herborn-Seelbach/Dillenburg-Oberscheld (klk). In etwa zwölf Jahren werden die Bagger der Firma Herhof Basalt- und Diabas-Werk GmbH vom Tagebau in Oberscheld aus voraussichtlich auf Herbornseelbacher Gemarkung vordringen. Von da an bis voraussichtlich zum Jahr 2030 will das Unternehmen dort fast sieben Millionen Kubikmeter Gestein abbauen. Das haben Mitglieder des Seelbacher Ortsbeirats sowie des Bau- und des Umweltausschusses des Herborner Stadtparlaments am Mittwoch erfahren, als sie zum Auftakt einer gemeinsamen Sitzung den Oberschelder Steinbruch besichtigten.

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Anmerkung : Obiger Artikel betrifft geplante HERHOF-Erweiterung in Oberscheld !

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Herborner Tageblatt vom 23. Dezember 2004


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Herborner Tageblatt vom 29. Januar 2005


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Herborner Tageblatt vom 2. Februar 2005

                                                    
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Herborner Tageblatt vom 6. September 2006


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Herborner Tageblatt vom 23. März 2007
Stadt kann Tagebau
nicht verhindern

Gericht weist Klage gegen Volpertsberg ab

Herborn-Seelbach / Gießen. Das Verwaltungsgericht in Gießen hat jetzt die Klage der Stadt Herborn abgewiesen, mit der diese versuchen wollte, einen neuen zehn Hektar großen Diabas-Tagebau am Herbornseelbacher Volpertsberg zu verhindern.
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Herborner Tageblatt vom 6. April 2007
Ortsbeirat ist
gegen vierten
Steinbruch

RP Forderung ärgert Seelbacher

Herborn-Seelbach (w). Zufriedenheit und Ärger haben die jüngste Sitzung des Herbornseelbacher Ortsbeirats geprägt: Zufriedenheit darüber dass der Bau der Umgehungsstraße nun nach viermonatiger Zwangspause fortgesetzt wird, und Ärger beispielsweise darüber dass das Verwaltungsgericht Gießen die Klage gegen den geplanten Steinbruch am Volpertsberg kürzlich zurückgewiesen hatte.
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Herborner Tageblatt vom 10. Mai 2008
LESERBRIEF

Zu: Steinbruch am Volpertsberg geplant

Frage unbeantwortet gelassen

Namens der Herborner Baufirma Jakob + Weigel KG haben Projektmanager Rüdiger Anders, früher Bürgermeister von Greifenstein, und Landschaftsarchitekt Johannes Müller-Lewinksi Kommunalpolitikern die Überlegungen des Unterneh¬mens vorgestellt, wie der vom ihm geplante Steinbruch am Volpertsberg bei Herbornseelbach erschlossen werden könnte. An dem Informationstreffen nahm auch Seelbachs Ortsvorsteher Eckhardt Simon (SPD) teil.

Herzlichen Glückwunsch! Der Bericht über den geplanten Naturfrevel am Volpertsberg war ein Geniestreich. Genial war zum Beispiel, dass der Verfasser mit einem einzigen Luftbild deutlich machen konnte, dass mittlerweile der vierte Steinbruch auf Seelbacher Gebiet geplant wird. Besonders gut kam heraus, dass der Herhof-Steinbruch zwischenzeitlich in Seelbach angelangt ist und nur einen Steinwurf von dem neuen Frevel-Bruch entfernt läge. Dass eines der schönsten Naherholungsgebiete mit seltenen Tier- und Pflanzenarten und einem wertvollen Altholzbestand den wirtschaftlichen Interessen eines einzigen Unternehmens geopfert werden soll, verschwiegen die Firmenvertreter ebenso wie die Tatsache, dass keinerlei volkswirtschaftliches Interesse vorliegt. Sie werden wissen, auf welch wackligen Füßen ihr Vorhaben steht. So ist auch zu erklären, warum der arrogant agierende Ex-Bürgermeister von Greifenstein bei den Fragen der Repräsentanten der Seelbacher Bevölkerung die Fassung verlor. Meine Frage, wie die anderen heimischen Tiefbaufirmen wie Lauber, Fey oder Grimm bisher ohne eigenen Steinbruch überleben konnten, ließ Anders gleich unbeantwortet. Dass Anders die enorme Umweltbelastung durch die Transportfahrten von Edelsplitt nach Seelbach mit erschreckenden Zahlen belegte, war schon eher dümmlich. Jeder der Anwesenden dachte in diesem Moment: „Dann macht doch den Bruch endlich zu!" Die unrühmliche Rolle der Forstverwaltung wäre in nächster Zeit noch öffentlich zu diskutieren.

Eckhardt Simon, 35745 Herborn-Seelbach


Herborner Tageblatt vom Mai 2008
LESERBRIEF

Geplanter Tagebau in Herborn-Seelbach

Die Firma Jakob & Weigel plant den Neuaufschluss des Diabastagebaus „Volpertsberg“, dazu fand am 7.5.2008 ein Ortstermin mit Vertretern der Stadt bzgl. der Zuwegung zum neu zu erschließenden Tagebau statt.

Als interessierter Bürger, war ich äußerst verwundert darüber, dass bei dieser doch günstigen Gelegenheit kaum kritische Fragen an die Vertreter des Steinbruchbetreibers gestellt wurden. Auch die Qualität der wenigen Fragen schien mir doch ein Zeichen mangelnder Fachkompetenz der Ausschussmitglieder zu sein. Besonders enttäuschend empfand ich die Zurückhaltung der Grünen-Vertreter. Mit welcher Motivation die zahlreich Anwesenden den Termin wahrgenommen haben ist mir noch heute ein Rätsel, zumal eine angemessene Orientierung im Gelände für Ortsfremde eher problematisch war. Es haben so vermutlich nur Wenige einen Eindruck vom Ausmaß der zu erwartenden Zerstörungen gewinnen können.
Auch das Einverständnis der Forstverwaltung zur Schädigung eines so großen ungestörten Areals ist mir schier unverständlich. Sicherlich kann ich als Laie die Komplexität langfristiger Forstwirtschaft nur erahnen, trotzdem maße ich mir hier an, die verantwortlichen Forstfachleute daran zu erinnern, dass sie nicht nur eine ökonomische, sondern auch und vor allem eine substanzielle ökologische Verantwortung für uns alle tragen. Es kann doch nicht sein, das eine Institution, der wir diesbezüglich unser Vertrauen schenken den wirtschaftlichen Begehrlichkeiten eines Unternehmens unser Allgemeingut auf dem sprichwörtlichen silbernen Tablett serviert.
Ein solches Verhalten seitens der Forstverwaltung suggeriert doch den Bürgern, man könne Natur temporär zur Ausbeutung veräußern und später werde dann schon Alles wieder gut. Meiner Ansicht nach ist dies der Förderung eines ökologischen Bewusstsein der Öffentlichkeit nicht sehr dienlich! Sollte man stattdessen nicht lieber die Sensibilität für das scheinbar Unbedeutende fördern ? Ob Flora oder Fauna, ob Pilz oder Kröte, haben wir von Allem immer noch genug ? Wieviel ist eigentlich genug ? Unterm Strich wird die Allgemeinheit hier wohl mehr verlieren als gewinnen.

Christian Görzel, 35745 Herborn-Seelbach



Herborner Tageblatt vom 23. Mai 2008
Steinbruch: Verträgliche Zufahrt geplant

Projektmanager stellt zwei Ausschüssen die Wegeführung für die Volpertsberg-Erschließung vor

Herborn-Seelbach (klk). Die Herborner Baufirma Jakob + Weigel KG plant eine möglich verträgliche Zufahrt für ihren neuen Steinbruch, der auf dem Volpertsberg bei Herborseelbach entstehen soll. Das haben Rüdiger Anders, bei dem Unternehmen für das Vorhaben zuständiger Projektmanager, und Landschaftserchitekt Johannes Müller-Lewinski am Mittwoch während eines Ortstermins gesagt. Die Mitglieder der Stadtparlamentsausschüsse für Umwelt, Energie und Verkehr um Hans-Peter Krenzer (Bündnis90/Die Grünen) sowie Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung um Klaus Kuhlmann (CDU) informierten sich dabei über den Stand der Planungen.

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Herborner Tageblatt vom 14. Juli 2008


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16.Oktober 2008


Gemeindebrief der ev. Kirchengemeinde Herborn - Seelbach                                     ... auch als pdf.



Dill-Zeitung 24.01.2009
Die Zeichen stehen auf Sturm
Seelbacher Ortsbeirat informierte die Bevölkerung über Volpertsberg-Projekt

Herborn-Seelbach (ks). „Ich will nicht verhehlen, dass ich aufs Höchste beunruhigt bin über das, was auf uns zukommt". Vor 80 Bürgern aus dem Ort machte Herbornseelbachs Ortsvorsteher Eckhardt Simon am Donnerstagabend deutlich, dass das Projekt Diabas- Tagebau am „Volpertsberg" möglicherweise in die entscheidende Phase geht. Das Gremium hatte eingeladen, um auf die möglichen Pläne des Betreibers hinzuweisen und die Auswirkungen darzustellen.

Anhand einer Präsentation machte Christian Görzel deutlich, welche Eingriffe in die Landschaft vorgenommen werden. Die Seelbacher müssten befürchteten, dass der Volpertsberg, der als Erholungsgebiet beliebt ist, mit dem Abbau von Diabas für den Straßenbau über Jahre hinweg zum großen Teil verschwinden wird. Die einschneidenden Veränderungen des Landschaftsbildes müssten auch die Herborner, Burger und Ballersbacher, vor deren Nase sich ein bewaldeter Bergkegel verabschiede, hinnehmen.
Der Ortsbeirat führte auch aus, dass nach einem Gutachten der Forstverwaltung in dem Gebiet wertvolle Altholzbestände stehen und Tiere und Pflanzen gefunden wurden, die vom Aussterben bedroht seien. Für Eckhardt Simon steht zudem fest, dass mit dem Steinbruch nur das wirtschaftliche, Interesse einer Firma verfolgt werde und der volkswirtschaftiche Aspekt außen vor gelassen werde.
Der Firma, die bereits seit Jahrzehnten in der Gemarkung einen Steinbruch betreibt und damit “gutes Geld verdient", wirft der Ortsbeirat vor, nicht mit offenen Karten zu spielen.
„Es ist völlig inakzeptabel, dass das Unternehmen ablehnt die Bevölkerung frühzeitig zu informieren”, beklagte der Ortbeirats-Chef. Die Begründung der Manager, dass noch keine endgültigen Unterlagen erstellt und die Fakten noch nicht ermittelt seien stufte Simon als fadenscheinig ein.




Herborner Tageblatt 28.Januar 2009

“Wir brauchen Engagement"
Ortsbeirat hofft auf Widerstand gegen geplanten Steinbruch

Herborn-Seelbach (klk). Rund 80 Herbornseelbacher haben sich auf Einladung des Ortsbeirats über den geplanten Diabas-Tagebau auf dem Volpertsberg informiert. „Das ist ein Thema, mit dem sich nicht allein der Ortsbeirat befassen kann", erklärte Ortsvorsteher Eckhardt Simon die Einladung in die Mehrzweckhalle. „Wir brauchen hier bürgerschaftliches Engagement."

Mit der Informationsveranstaltung hatten die Initiatoren bewusst bis nach den Landtags- wahlen gewartet „Wir wollten nicht, dass dieses Thema politisiert und damit vom Bürger falsch wahrgenommen wird", erläuterte Christian Görzel, ebenfalls Mitglied des Herborn- Seelbacher Ortsbeirats. Mit der Veranstaltung habe man es den Betroffenen selbst in die Hand geben wollen, sich für ihre Umwelt einzusetzen, sagte er, bevor er anhand einer Präsentation die von der Betreiberfirma beabsichtigten Eingriffe in Natur und Landschaft vorstellte.
Görzel verdeutlichte, dass es sich seiner Ansicht nach nicht nur um ein Seelbacher Problem handele: „Diese Wunde wäre weithin sichtbar", zeigte er anhand von Fotos. Das „Köpfen" des Volpertsbergs als höchste Erhebung der Seelbacher Gemarkung stelle „eine deutliche Entwertung unserer schönen Landschaft" dar und schmälere nicht nur die Lebensqualität der unmittelbar Betroffenen, kritisierte Christian Görzel. „Das Vorhaben konterkariert auch die Bemühungen einer touristischen Aufwertung unserer Heimat, worin auch die Chance für die Entstehung neuer Arbeitsplätze liegt."

Auf Nachfrage der Besucher beispielsweise hinsichtlich der Auswirkungen auf bestehende Arbeitsplätze antwortete Simon, dass man derartige „Totschlag - Argumente der Betreiberfirma" objektivieren müsse - trotz der Bedeutung jedes einzelnen Arbeitsplatzes. Auch die den Planungen zugrunde liegende angebliche Notwendigkeit des Vorhabens sei gründlich zu prüfen. Offensichtlich stünden dabei jedoch die wirtschaftlichen Interessen einer Firma im Vordergrund, sagte der Ortsvorsteher. Man lasse dabei allerdings völlig außer Acht, dass das Gemeinwohl durch das Vorhaben auch großen Schaden nehme. Nach Auskunft der Veranstalter waren Vertreter der betreffenden Firma nicht anwesend, da sie es nicht als sinnvoll erachte, vor Abgabe des Betriebsplanes die Bevölkerung über das Vorhaben zu informieren.

Am Ende der Veranstaltung zeigten sich viele der Anwesenden betroffen von dem laut Görzel im wahren Sinne des Wortes „einschneidenden Vorhaben", dem man mit Entschlossenheit entgegentreten müsse. Laut Görzel zeigten zahlreiche Teilnehmer spontan Interesse an einer Bürgerinitiative gegen den Steinbruch. „Das ist ein gutes Zeichen", sagte Simon, „es motiviert uns, gemeinsam mit den Bürgern offensiv für den Erhalt unserer Heimat einzustehen."





Mittwoch, 18. März 2009

Steinbruchgegner formieren sich

Herbornseelbacher gründen Bürgerinitiative „Contra Abbau Volpertsberg“Von Klaus Kordesch

(0 27 71) 87 44 00 redaktion.ht@mittelhessen.de

Herborn-Seelbach. Rund 70 Gegner des auf dem Volpertsberg bei Herbornseelbach geplanten Steinbruchs haben sich am Montagabend zur Bür­gerinitiative „Contra Abbau Volpertsberg" (CAV) zusam­mengeschlossen und einen gleichnamigen Verein gegrün­det. Der Zusammenschluss will die Öffentlichkeit über den geplanten Tagebau und dessen Folgen informieren, weitere Mitstreiter werben und gene­rell mehr Sensibilität und Ver­ständnis für die heimische Na­tur und Landschaft wecken.

Einstimmig kürten die An­wesenden, die zuvor ihre Mit­gliedschaft in der CAV erklärt hatten, Christian Görzel zum Vorsitzenden der Bürgerinitia­tive. Zum Stellvertreter wurde ebenfalls ohne Gegenstimmen Pfarrer Andreas Friedrich ge­wählt. Schriftführer der CAV ist Horst Gräf, um die Kasse kümmert sich Eugen Jackel. Als Beisitzer komplettieren Ortsvorsteher Eckhardt Simon, Gerd Gattermann und Ute Schmidt das Führungsgremi­um des Vereins. Als Jahresbei­trag für den mit seiner Eintra­gung laut Vorstand als gemein­nützig anerkannten Verein be­schloss die Versammlung ei­nen Beitrag von zwölf Euro.

Zuspruch und Bestätigung für den Widerstand gegen den dritten aktiven Steinbruch auf Herbornseelbacher Gemar­kung komme mittlerweile aus dem ganzen Aartal, hatte Eckhardt Simon eingangs berich­tet, nachdem weitere Sitzgele­genheiten für die unerwartet vielen Besucher hatten aufge­stellt werden müssen. Zudem habe sich die Driedorfer „Reitelsberg"-Bürgerinitiative zur Unterstützung bereit erklärt. Ebenso stünden Hessische Ge­sellschaft für Ornithologie und Naturschutz, Bund für Umwelt­ und Naturschutz, Schutzge­meinschaft Deutscher Wald und Naturschutzbund hinter der CAV, sagte Simon.

Deren Anliegen sei nun, sich weg von der politischen Ebene in der Bevölkerung zu veran­kern. Erste Erfolge in dieser Richtung sah er in den mehr als 30 Beitrittserklärungen, die schon vor der Versammlung eingegangen seien. Gleicher­maßen wichtig sei, dass die städtischen Gremien weiter hinter ihren ablehnenden Be­schlüssen gegen einen Tage­bau stünden, erklärte Simon.

Mit einer 3D-Karte, Grafiken und Fotomontagen verdeut­lichte anschließend der später zum Vorsitzenden gewählte Christian Görzel die Lage und die Dimensionen des geplan­ten Abbaus, der 500 Meter Luft­linie entfernt vom Steinbruch in der Monzenbach und 800 Meter vom Erweiterungsgebiet des Oberschelder Steinbruchs entfernt liegen solle. Da der Volpertsberg sehr exponiert liege, werde das Verschwinden der Bergkuppe weithin sicht­bar wahrzunehmen sein, sagte Görzel und zeigte dazu Fotogra­fien aus Richtung Ballersbach, von Herborn und von der Bur­ger Landstraße aus.

Görzel: „Nach Ende des Abbaus wird der Krater nicht vollständig verfüllt"

Als Problem wertete er, dass ein Flora-Fauna-Habitat­ Schutzgebiet und ein Wasser­schutzgebiet direkt bis an die geplante Abbaukante heran­reichten: Da der knapp 430 Me­ter hohe Berg sozusagen ent­kernt werde und in mehreren Sohlen bis auf etwa 300 Höhen­meter abgebaut werde - was nur zehn Meter über dem Ni­veau der Monzenbach liege - würde das auch den Wasser­haushalt und die umliegenden Quellgebiete beeinträchtigen, sagte Görzel. Außerdem müsse eine Zufahrt für 60-Tonner-Lkw neu angelegt werden, was je nach Wege-Variante durch das Aufschütten hoher Dämme zu bewerkstelligen sei.

Die Bergkuppe werde auch nach dem Ende der Abbaupha­se verschwunden bleiben, sag­te Görzel. Der „Krater" solle le­diglich bis zu einer Durch­schnittshöhe von 360 Metern wieder verfüllt werden.

Größtes Problem für den Wi­derstand gegen den Abbau sei zum einen, dass die Abbauflä­che im Staatswald liege und der Landesbetrieb Hessen­Forst bereits einen Pachtver­trag mit der Betreiberfirma ge­schlossen habe. Zum anderen sei das Gelände im Regional­plan als künftige Abbaufläche ausgewiesen. Wichtig sei ihm als Vorsitzender der CAV, dass sich der Widerstand nicht ge­gen die Firma Jakob & Weigel richten solle, auch wenn die in der Sache natürlich „der Geg­ner" sei. Aber als Mitglied der Bürgerinitiative CAV wolle man vor allem ausdrücken, dass man dagegen sei, „den Volpertsberg zu köpfen", und nicht gegen ein Wirtschaftsun­ternehmen zu Felde ziehen.

Zuvor hatte Bernd Leitz als Betriebsratsvorsitzender der Herborner Baufirma „verbind­lich" die Bereitschaft der Ge­schäftsleitung zu Gesprächen mit der Bürgerinitiative, Ak­teneinsicht und Besichtigung der Betriebsfläche erklärt.

Inwieweit der Vorstand der CAV auf dieses Angebot einge­hen will, wollte im Anschluss an die Sitzung noch keiner der Vereinsvertreter sagen. Im­merhin sehe es die CAV als ei­ne ihrer Aufgaben, die offiziel­len Angaben der Firma zu ih­rem Vorhaben zu überprüfen und Widersprüche aufzuzei­gen, sagte Görzel. Dazu werde man auch den Kontakt mit Fachleuten suchen.

Kontakt: Christian Görzel, (0 27 72) 61198; Internet: www.volpertsberg.de.

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Freitag, 22. Mai 2009

Wanderer erkunden Volpertsberg

CAV Mitglieder erklärten drohende Eingriffe durch Diabas-Tagebau

Herborn-Seelbach (klk). Den Volpertsberg in Herborn­seelbach erkundeten 40 Wan­derer mit dem „Förderverein für Landschaft und Kultur des Hessischen Westerwaldes" und den „Freunden der Flora Herbornensis".

Die Wanderer waren bei der Bürgerinitiative „CONTRA ABBAU VOLPERTSBERG" (CAV) in Herbornseelbach zu Gast, um sich vor Ort ein Bild von den ge­planten massiven Eingriffen in den Herbornseelbacher „Haus­berg" zu machen.

Vom alten Verkehrsübungs­platz wanderte die Gruppe hin­auf zum Kutschenplatz und weiter entlang des Südhanges bis zum „Taunusblick", von dem man an diesem Tag den Feldberg in der Ferne erblicken konnte. Dieser Fernblick wür­de dem Blick in ein etwa 130 Meter tiefes Loch weichen müssen, erfuhren die Gäste über die geplanten Pläne für ei­nen Diabas-Tagebau auf dem Volpertsberg. Da, wo jetzt Laubwald mit einer interessan­ten Pflanzenwelt wie dem gel­ben Fingerhut, der Tonkirsche und der Frühlingsblatterbse steht, solle eine große Lücke in den Berg gesprengt werden, er­klärten die CAV-Mitglieder.

                   

Der Laubwald würde ver­schwinden, das Landschafts­bild wäre unwiederbringlich zerstört, woran auch Rekulti­vierungsmaßnahmen nichts ändern könnten, erklärten sie.

Um im geplanten Steinbruch arbeiten zu können, seien Zu­fahrtswege geplant, die den idyllischen „Moorsgrund" hin­auf zum Kutschenplatz auf ei­nem breiten Damm queren und somit zerschneiden wür­den, erläuterte CAV-Vorsitzen­der Christian Görzel. Eine wei­tere Variante der Zuwegung würde dieses Tal längs zer­schneiden und dieses idylli­sche Naherholungsgebiet zer­stören, sagte er, bevor die Gruppe wieder den Volpertsberg hinab bis auf „Speier­werks Dinne" oberhalb des Monzenbachtals lief.

Hier wie auch an anderen Stellen wiesen die Fachkundi­gen auf kleine botanische und kulturgeschichtliche Beson­derheiten entlang des Weges hin. Schließlich ging es wieder das „Mermbachtal" hinauf, das bei einer anderen Zufahrtsvari­ante ebenfalls mit einem mas­siven Damm überquert würde. Die Zuhörer waren erstaunt über den Umfang der geplan­ten Maßnahmen. Gerade in An­betracht der Eröffnung des Dernbachwiesen-Wanderwegs und des Lahn-Dill-Bergland­pfades sei es erstaunlich, dass sich nicht mehr Widerstand ge­gen die Zerstörung des Vol­pertsberges rege: „Zum einen soll in unserer Region der Tou­rismus gefördert werden, was neue Arbeitsplätze schaffen würde", sagte Görzel. Gleich­zeitig entziehe man dem aber mit einem solchen Projekt den Boden, indem man die Grund­lage für den Tourismus, eine ungestörte schöne Landschaft, massiv und nachhaltig schädi­gen lasse.

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HT Juni 2009

Rückendeckung für die Bürgerinitiative

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald tagte

Herborn-Seelbach (klk). Der Kreisverband Lahn-Dill der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) unterstützt die Bür­gerinitiative „Contra Abbau Volpertsberg" (CAV) in ihrem Enga­gement gegen den geplanten Basaltabbau bei Herbornseelbach. Bei der Hauptversammlung des SDW In den Herbornseelbacher Dernbachstuben informierten sich die Mitglieder kürzlich beim CAV-Vorsitzenden Christian Görzel über das Vorhaben.

„Die CAV zeigte auf, welch gravierende Veränderungen im Landschaftsbild ein Steinbruchbetrieb nahe Herbornseelbach mit sich brächte", heißt es in einer Pressemittei­lung der Kreis-SDW: „Dies gilt es zu verhindern, deshalb möchte die SDW die Bürgerin­itiative CAV auch tatkräftig un­terstützen", schreibt Vorsitzen­der Thomas George. In diesem Zusammenhang verweist er auf die Ursprünge der SDW als eine der ältesten deutschen Bürgerinitiativen, die 1948 ge­gen die Reparationsforderun­gen der Siegermächte gegrün­det worden sei.

Außerdem berichtete Friede­rike Heislitz vom Landesvor­stand über die gravierenden Auswirkungen der neuen Lan­debahn am Frankfurter Flugha­fen, der über 400 Hektar Wald zum Opfer fielen. Die Möglich­keiten zum Widerstand seitens der SDW seien hier vergleichsweise gering, führe man sich vor Augen, dass für 650 Millionen Euro ein Chemiewerk ge­kauft worden sei, dass der Lan­debahn im Weg war. Außer­dem würden die Befürworter des Projekts über beste Kontak­te in Landes- und Bundesregie­rung verfügen, beklagte Heislitz.

Deutlich erfreulicher war der Bericht der Jugendorgani­sation „Waldjugend Manderbach". Die Kinder zwischen 7 und 18 Jahren leisteten viele Arbeitseinsätze in der Natur und hätten großen Spaß am La­gerleben, erfuhren die Mitglie­der des SDW von Waldjugend­Leiter Stefan Wolf. Der Vor­stand kündigte an, seine nächs­te Sitzung im „Fuchsbau" der Waldjugend abzuhalten. Bei dem Treffen in der in die Jahre gekommenen Waldhütte, die der Jugendgruppe als Domizil dient, solle gemeinsam auch über das weitere Vorgehen bei der Teilrenovierung gespro­chen werden, sagte George. Kontakt- Thomas George 06441/22 001

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HT 10.07.2009

Scheu vor lästigen Gesprächen
Hinz kritisiert Lautenschläger

Herborn-Seelbach (ech). Harsche Kritik übt die Bundes­tagsabgeordnete Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) an der hessischen Umweltministerin Silke Lautenschläger. Hinz (Foto) hatte die Ministerin bereits Ende April in einem Schreiben um einen Termin für ein Gespräch gemeinsam mit dem Vorstand der Bürgerinitiative „Contra Abbau Volperts­berg" (CAV) aus Herbornseelbach gebeten. Eine Antwort blieb bisher aus.

„Bis heute gibt es von Frau Lautenschläger keine Reakti­on. Das Ministerium hat es trotz einer Erinnerung Mitte Juni bislang noch nicht einmal für nötig befunden, den Ein­gang meines Schreibens zu be­stätigen", erklärte die Bundes­tagsabgeordnete.

Hinz sieht dieses Verhalten als symptomatisch für den Um­gang der Landesregierung mit Sorgen und Nöten von Men­schen in Hessen an. „Es ist ein Skandal, wenn die CDU auf der einen Seite bürgerschaftliches Engagement fordert, auf der anderen Seite für sie unbeque­mes Engagement aber völlig ignoriert".

Angst vor einem Gespräch?

Offensichtlich scheue Lau­tenschläger lästige Gespräche mit kritischen Bürgern und för­dere damit die fortschreitende Politikverdrossenheit. Sie for­dert die Umweltministerin auf, den Schaden durch weiteres Verzögern nicht noch größer zu machen: „Nehmen Sie die Anliegen der Menschen im Land ernst und stellen Sie sich ei­nem Gespräch mit Menschen, die lediglich ein berechtigtes Anliegen zum Erhalt ihrer Hei­mat vortragen möchten."

Hintergrund des Gesprächs­wunsches war ein Besuch von Hinz bei der Bürgerinitiative im April, bei dem die Gegner der Erweiterung des Steinbru­ches um deren Vorsitzenden Christian Görzel der Bundes­tagsabgeordneten die Auswir­kungen auf Natur und Frem­denverkehr geschildert hatten.

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HT 11.07.2009

Gegen Steinbruch kämpfen

Stadt soll bei Regionalplan-Offenlegung alle Chancen nutzen .

VON JÖRG WEIRICH

Herborn. Die erneute Offenlegung des Regionalplan-Ent­wurfs bietet der Stadt Herborn neue Chancen, etwas gegen den geplanten Steinbruch am Volpertsberg bei Herbornseelbach zu unternehmen. Dieser Auffassung ist das Stadtparlament und hat deshalb am Donnerstagabend einen entsprechenden Antrag der Grünen-Fraktion gebilligt, der zum Widerstand aufruft.

„Es geht uns nicht darum, dass die Stadt nun erneut eine aussichtslose Klage anstren­gen soll", sagte Grünen-Sprecherin Dorothea Garotti. Das erneute Verfahren eröffne Her­born jedoch die Möglichkeit, alle Punkte, die gegen den ge­planten Diabas-Tagebau spre­chen, noch einmal deutlich herausstellen. Alfred Benner (FWG) hieb in die gleiche Ker­be: „Wir dürfen keine Chance auslassen, unser Kontra zu un­termauern", sagte der Her­bornseelbacher.Unterstützung signalisierte auch Hans Jackel namens der CDU: „Wir haben nichts gegen die Firma, aber wir haben et­was gegen den Tagebau", sagte der Seelbacher.

„Gegend ist mit Steinbrüchen ausreichend versorgt und verschandelt"

„Unsere Gegend ist mit Steinbrüchen ausreichend ver­sorgt und verschandelt." Er sehe daher überhaupt keinen Bedarf für einen weiteren, und er sehe auch keine existenziellle Gefahr für die Firma, wenn das Vorhaben nicht verwirklicht werde. Uwe Wolter (SPD) warb dafür, die Bürgerinitiative „Contra Abbau Volpertsberg" (CAV) in der Vorbereitung eines Bürgerentscheids in der Angelegenheit zu unterstützen. Und FWG-Sprecher Klaus Enenkel riet der Verwaltung, sich von der CAV dort gesammelte noch zusätzliche „schlagkräftige Argumente” zur ablehnenden Stellungnahme der Stadt zu holen. Das Parlament nahm den Antrag der Grünen einstimmig an.

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HE 03.08.2009

Dauerhafte Zerstörung verhindern

Die Bundestagsabgeordnete Priska Hinz sah sich am Volpertsberg um

Herbornseelbach (klk). Der geplante Diabas-Steinbruch auf dem Herbornseelbacher Volpertsberg würde mas­sive Beeinträchtigungen für die umliegenden Ortschaften brin­gen und eine nicht rückgängig zu machende Landschaftszerstörnung bedeuten. Diese Ansicht teilten die Mitglieder aus mehreren heimischen Ortsver­bänden von Bündnis 90/Grüne und die Bundestagsabgeordne­te Priska Hinz mit den Vertre­tern der Bürgerinitiative Con­tra Abbau Volpertsberg" (CAV). Am Montagabend machten sie sich vor Ort einen Eindruck von den Dimensionen des Vorha­bens.

Rund 90 000 Quadratmeter Wald müssten für den Tagebau gerodet werden, erklärte Eckhardt Simon - zugleich Orts­vorsteher in Herbornseelbach - namens der CAV den Gästen. Zudem müssten weitere Bäu­me für neue und für den Schwerlastverkehr geeignete Fahrstraßen fallen, die ob der Dimensionen der 40-Tonner nur durch Damm-Aufschüttungen und Verbreiterungen bestehender Wirtschaftswege an­gelegt werden könnten.

Der Abbau selbst würde den Gipfel des höchsten Bergs der Herbornseelbacher Gemar­kung sozusagen „kappen", was weithin sichtbar wäre: Bei­spielsweise von Burg und auch von Ballersbach aus würde man den Tagebau aus sehen können, zeigte er anhand von Fotografiken.Zusätzlich zur dauerhaften Zerstörung des Landschaftsbil­des komme noch die Immissionsbelastung: Durch die Lage des Steinbruchs, etwa 200 Me­ter über Herbornseelbach, und die häufige Nordwest-Wetterlage sei zu befürchten dass der Staub aus dem Tagebau häufig direkt Richtung Ort treibe. Da­von besonders betroffen seien auch die beiden nahe liegen­den Sportplätze und das Schüt­zenhaus, fasste Simon die Be­fürchtungen zusammen.

Tiefschlag für Tourismus?

Unverständnis über den „im­mensen Grad der beabsichtig­ten Naturzerstörung" herrsche auch angesichts der Bemühun­gen, den Tourismus in der hei­mischen Region zu fördern und diese für Wanderer interessan­ter zu gestalten. So führe der Qualitäts-Wanderweg “Lahn-­Dill-Berglandpfad" direkt auf der gegenüberliegenden Seite des Aartals vorüber, erläuterte der CAV-Sprecher.

„Schöne Aussichten für Tou­risten", befand Priska Hinz ob dieser Schilderungen. Das vom Steinbruchbetreiber ins Feld geführte Arbeitsplatz-Argument relativiere sich vor dem Hintergrund der wachsenden Tourismusbranche, sagte sie. Zustimmung äußerte Hinz auch bezüglich Simons Ein­schätzung, der neue Stein­bruch sei „volkswirtschaftlich absolut unnötig": Schließlich könne der Betreiber noch gut 15 Jahre auf seinen 500 Meter entfernten, bereits bestehen­den Steinbruch zurückgreifen.

Zudem sei er Teilhaber eines weiteren Abbaus in Steinperf, wo ebenfalls der als Begrün­dung für die Notwendigkeit des Volpertsberg-Abbbaus an­geführte Edelsplit gewonnen werde.

Gegen den neuen Steinbruch sprächen auch ökologische Be­denken: So liege direkt neben­an ein Naturschutzgebiet. Wichtig sei aus ihrer Sicht, dass die Planungen möglichst bekannt würden: „Denn wenn der Berg abgetragen ist, lässt sich das nicht rückgängig ma­chen", machte die Bundestags­abgeordnete bewusst. Simon berichtete vom Rückhalt und Unterstützung der CAV unter den Bürgern und in der Poli­tik-Hilfreich dabei sei, dass die Herborner Stadtverordneten­versammlung sich parteiüber­greifend gegen die Genehmi­gung des Tagebaus ausgespro­chen habe, sagte er. Die Grü­nen-Bundestagsabgeordnete begrüßte diese Sichtweise: „Es gibt keinen schwarzen, roten oder grünen Wald". Wie ihre Parteigenossen zeigte sie sich beeindruckt vom Umfang der beabsichtigten Landschaftszerstörung. „Vor Ort gewinnt man ganz andere Eindrücke als durch die Bilder im Internet oder in der Presse", urteilte Hans Joachim Schmidt vom Sinner Ortsverband beim Grünen-Stammtisch im Ballers­bacher "Berghof"

         

Wie gerufen kam das Stop-Schild des ehemaligen Verkehrsübungsplatzes den Grünen um Priska Hinz und den Vertretern der CAV: Sie wollen gemeinsam gegen den geplanten Diabas-Tagebau auf dem Volpertsberg (im Hintergrund) aktiv werden. (Foto: Kordesch)

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HT 12.08.2009

Verständnis für geplanten Diabasabbau fehlt

Auch der Herborner FWG-Stadtverband will den Volpertsberg in seiner jetzigen Form erhalten

Herborn-Seelbach (red). Für den Erhalt des Volpertsbergs bei Herbornseelbach, der als Diabasabbaugebiet im Gespräch ist, will sich Herborns FWG-Stadtverband stark machen. Vorsitzen­der Bernd W. Walther betonte bei einer Ortsbesichtigung, der Volpertsberg liege direkt an einem Wasserschutz- und einem Vo­gelschutzgebiet, sei mit ökologisch wertvollem Mischwald be­wachsen und grenze an überregionale Wanderwege.

Das allein müsse eigentlich schon ausreichen, um einem Steinbruch dort eine klare Ab­sage zu erteilen. Die entstehen­de „Narbe" in der Natur würde weithin sichtbar sein und der Arbeit der Fremdenverkehrs­verbände und der Gemeinden in Aartal und Westerwald er­heblich schaden.

Der Vorsitzende der Bürger­initiative „CONTRA ABBAU VOLPERTSBERG" (CAV), Christian Görzel, und CAV-Vorstandsmitglied Eugen Jackel bedauerten, dass bis jetzt seitens des Bau­unternehmens trotz Nachfra­gen von CAV keine Gesprächs­bereitschaft erkennbar sei. Bis­lang liege auch noch kein Be­darfsplan für die benötigte Menge Diabas vor. „Dagegen haben wir in unserer Region Steinbrüche wie in Oberscheld und Steinperf, die auf Jahre hinaus die benötigte Qualität liefern", sagte Görzel.

Auch die Freien Wähler wa­ren sich einig, dass es umwelt­bewusster sei, den Diabas über vorhandene Strecken per Lkw zu transportieren, als einen neuen Weg für den Schwerlastverkehr zu bauen und der Regi­on ein zusätzliches Stück Na­tur zu rauben.

Durch die Verdichtung des Erdbodens würden die Feucht­gebiete des „Monzenbachs" im Wasserschutzgebiet erheblich beeinträchtigt, wie auch aus einer Stellungnahme der unte­ren Naturschutzbehörde her­vorgehe, sagte Walther.

„Arbeitsplätze kein Argument"

Das Argument, es würden Arbeitsplätze geschaffen, grei­fe nach Meinung der FWG-Vertreter nur bedingt. Im moder­nen Steinbruch in Oberscheld seien gerade sieben Beschäftig­te nötig, um den Betrieb auf­recht zu halten. Niemand kön­ne aber voraussehen, wie viele Arbeitsplätze im Tourismusbe­reich wegfielen, wenn wegen der Beeinträchtigung der Land­schaft Wanderer ausblieben.

Der FWG-Stadtverband ap­pelliert an die zuständigen Be­hörden, sich im Sinn des Allge­meinwohls gegen die Genehmi­gung für einen zusätzlichen Steinbruch zum Diabasabbau in der Region auszusprechen. Kein politisches Gremium sei bereit, den Eingriff in die Natur zu unterstützen. Schließlich sei in den nächsten 15 Jahren für den Unternehmer die Ge­winnung von Edelsplitt im be­stehenden Steinbruch im Monzenbach gesichert, so Walther.

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HT 26.09.2009

Burg wehrt sich gegen Seelbacher Steinbruch

Ortsbeirat bezieht Stellung zum Regionalplan

Herborn-Burg (klk). Der Burger Ortsbeirat hat sich ein­stimmig gegen den auf dem Herbornseelbacher Volpertsberg geplanten Steinbruch aus­gesprochen. In ihrer Sitzung am Donnerstagabend ent­schied das Gremium um Orts­vorsteherin Rita Salzer einhel­lig, sich mit einer schriftlichen Stellungnahme zum Regional­plan Mittelhessen an das Re­gierungspräsidium in Gießen zu wenden.

Dort können Träger öffentli­cher Belange, Vereine, Verbän­de und Bürger nach der Offen­legung des Regionalplans noch bis 7. Oktober ihre Bedenken schriftlich vorbringen. Auch die Stadtverordneten der Stadt Herborn haben sich am 10. Sep­tember bereits gegen den ge­planten Tagebau ausgespro­chen und eine Stellungnahme zum Regionalplanentwurf be­schlossen.

Ziel der Eingaben ist es, die Aufhebung des geplanten „Vor­ranggebietes für den Abbau oberflächennaher Lagerstät­ten" im Bereich des Volpertsbergs zu erreichen. Die Burger Ortsbeiratsmitglieder sehen ihren Stadtteil als Nachbarge­meinde von Herbornseelbach mit ganz ähnlichen „Nachtei­len und negativen Auswirkun­gen" konfrontiert: „Die Zerstö­rung von Landschaft und Na­tur und die Vernichtung von Lebensraum für Pflanzen und Tiere macht nicht an der Ge­markungsgrenze halt, sondern betrifft insbesondere den Stadtteil Burg", heißt es in dem Schreiben.

„Zerstörtes Landschaftsbild"

Ein Abbau auf dem Volpertsberg setze die Rodung von 90 000 Quadratmetern Wald voraus und stelle „eine drama­tische und auch von Burg aus weithin sichtbare Verletzung der Landschaft dar", erklären die Ortsbeiräte, die sich zuvor bei Vertretern der Herbornseelbacher Bürgerinitiative „Contra Abbau Volpertsberg" (CAV) über das Vorhaben infor­mierten.

Zudem würden die durch Burg führenden Wanderwege nicht nur durch das zerstörte Landschaftsbild beeinträch­tigt, sondern auch durch ab­baubedingte Lärm- und Immissionsbelastungen gestört. Glei­ches gelte für die Burger Bevöl­kerung, für die wegen der ho­hen Lage des Steinbruchs auf 420 Höhenmetern Lärm- und Staubbelastungen zu befürch­ten seien.

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Herborner Echo 5.3.2010

Abbau weiter in Richtung Osten?
Politiker über neue Probebohrungen am Volpertsberg befremdet

Herborn (klk). Mit einigem Befremden haben die Mitglieder der Ausschüsse für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und für Umwelt, Energie und Verkehr die erneuten Probebohrungen für den geplanten Steinbruch am Volpertsberg zur Kenntnis genommen. Die Bohrungen fänden statt, weil das bei den ersten Bohrungen gewonnene Gestein nicht den Erwartungen entsprochen habe, erfuhren die unter dem Vorsitz von Judith Jackel und Hans-Peter-Krenzer tagenden Gremien. Nun solle die geplante Abbaufläche weiter in Richtung Osten verschoben werden.

„Schon bei der ersten Ortsbegehung hat die Firma Jakob und Weigel betont, dass die Qualität des Diabas im bestehenden Steinbruch nicht mehr ausreiche und dass das Unternehmen deshalb auf den neuen Steinbruch angewiesen sei, wo man die benötigte Qualität gefunden habe", ärgerte sich Hans Jackel (CDU): Wenn das die Grundlage war, wie sicher sind denn dann die Bohrungen und Analysen jetzt?" Auch der SPD-Fraktions- und Stadtverbandsvorsitzende Uwe Wolter erklärte, er sei betroffen ob des fehlerhaften Vorgehens und des Umstands, dass die erste Bohrung offenbar nicht wie dargestellt verlaufen sei. Revierförster Thomas Rittner machte darauf aufmerksam, dass die beiden neuen Bohrungen auf Anordnung des Hessisches Landesamts für Umwelt und Geologie (HLuG) stattfänden, das die korrekte Durchführung auch überwache. In Anbetracht von geschätzten Kosten von mehr als 30.000 Euro pro Bohrung werde sich der Steinbruchbetreiber bestimmt nicht darum gerissen haben, zusätzliche Untersuchungen zu machen, vermutete er. Allerdings sei im neu erkundeten nordöstlichen Teil wohl nun die erwarteten Qualitäten gefunden worden, wusste Rittner zum Bedauern der Kommunalpolitiker zu berichten. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich seinerzeit ein¬stimmig gegen das Vorhaben ausgesprochen und seitdem versucht, das Projekt wegen der befürchteten Umweltbeeinträchtigungen und Landschaftszerstörung zu verhindern.
Aktuell habe man keine Möglichkeit, auf Verwaltungs- und politischer Ebene offiziell gegen die Steinbruchpläne vorzugehen, musste Bürgermeister Hans Berner (SPD) auf Anfrage von Alfred Berner (FWG) erklären. Nicht nur wir, auch die Nachbarkommunen und viele Ortsbeiräte haben sich gegen den Steinbruch ausgesprochen", erinnerte Alfred Berner: „Und jetzt geht es als weiter und irgendwann ist der Steinbruch da", befürchtete er. Bürgermeister Benner bedauerte, dass einst mit dem Regionalplan und mit der Verpachtung des Areals durch Hessen-Forst Fakten geschaffen wurden: “Das war leichtfertig, das muss man deutlich sagen - die hatten nur die Dollarzeichen in den Augen”, kritisierte das Stadtoberhaupt. Momentan sei auch eine Klage sinnlos und würde nur Geld kosten: Je nachdem, wie die Regionalversammlung als zuständiges Gremium entscheide, werde man Widerspruch einlegen, und, wenn der Rahmenbetriebsplan beim Bergamt eingereicht werde, wiederum seine Einsprüche geltend machen, kündigte Benner an.
Hans Jackel regte an, die Mitglieder der Regionalversammlung persönlich anzu¬sprechen und ihnen die Bedenken zu erläutern. Stadtverordentenvorsteher Jörg-Michael Müller (CDU) erklärte, ihnen auch einen entsprechenden Brief schreiben zu wollen. Dadurch können wir deutlich machen, dass uns das Herz hier besonders wehtut", sagte Müller. Es bestehe sonst die Gefahr, dass allein nach formalen Kriterien entschieden werde, da in der Regionalversammlung Vertreter aus fünf Landkreisen säßen, die nicht über die Dimensionen und Folgen des geplanten Tagebaus informiert seien. Wir müssen jetzt jede Möglichkeit nutzen", appellierte auch Uwe Wolter an die Ausschussmitglieder.
Eine Abstimmung stand nicht an, da es sich um eine Mitteilungsvorlage für die Politiker handelte.




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Herborner Tageblatt vom 23. April 2004

Parlamentsausschüsse und Ortsbeirat befürworten den Rahmenbetriebsplan

7 Millionen Kubikmeter Gestein
will Herhof in Seelbach abbauen

Herborn-Seelbach/Dillenburg-Oberscheld (klk). In etwa zwölf Jahren werden die Bagger der Firma Herhof Basalt- und Diabas-Werk GmbH vom Tagebau in Oberscheld aus voraussichtlich auf Herbornseelbacher Gemarkung vordringen. Von da an bis voraussichtlich zum Jahr 2030 will das Unternehmen dort fast sieben Millionen Kubikmeter Gestein abbauen. Das haben Mitglieder des Seelbacher Ortsbeirats sowie des Bau- und des Umweltausschusses des Herborner Stadtparlaments am Mittwoch erfahren, als sie zum Auftakt einer gemeinsamen Sitzung den Oberschelder Steinbruch besichtigten.

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Anmerkung : Obiger Artikel betrifft geplante HERHOF-Erweiterung in Oberscheld !